Brandbrief zum bevorstehenden Lockdown / Wahrheit über die Überbrückungshilfen

Brandbrief zum bevorstehenden Lockdown / Wahrheit über die Überbrückungshilfen

Liebe Kunden,
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Sehr geehrte Ministerpräsidenten,
Sehr geehrter Herr Söder,
Sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister,
Sehr geehrter Herr Gesundheitsminister,

Ich frage mich, wie Sie als gewählte Volkstreter, Warnungen ignorierten, einen harten Lockdown im November ignorierten und jetzt im Weihnachtsgeschäft einen solchen planen und durchführen wollen.

Es kann nicht Ihr Ernst sein, Einzelhändler und Dienstleistungsbetriebe schließen zu wollen und zu ignorieren, wovor seit Monaten gewarnt wird. Sie brüsten sich mit den Überbrückungshilfen und stellen dies als Rettung der Nation dar. Ich möchte hier auch meinen Kunden offenlegen, was es mit den Überbrückungshilfen auf sich hat, denn das wird auch in den Medien gerne verschwiegen.

Im November beantragte ich die Überbrückungshilfe II, da ich mein Betrieb, der auch darauf beruht in Krankenhäusern zu fotografieren im Februar bis JUNI schließen musste. Zum großen Teil in Gänze. Seit Ende Oktober das gleiche Spiel.

Zahlreiche meiner Fotografenkollegen, viele Künstler, Ateliers werden den Betrieb im kommenden Jahr einstellen und das liegt zum großen Teil an der Unvernunft der Politik, durch das Fehlverhalten und die Ignoranz der Herren Ministerpräsidenten.

Ich zahle 705 € Miete für mein Fotostudio, welches sich in Potsdam befindet. In Potsdam konnte ich die Überbrückungshilfe II beantragen, welches die Betriebsausgaben auffangen soll. Liebe Kunden es verhält sich so, dass dies eben nur prozentual beantragt werden kann! Ich sollte sage und schreibe 1300 € erhalten, wenn ja wenn das Wörtchen wenn nicht wär. Die Überbrückungshilfen konnte man nur über einen Steuerberater beantragen, der natürlich für diese Dienstleistung Geld haben möchte. Verständlich. Unverständlich aber wie man so die Hilfe ausrufen kann, die keine ist! 800 € erhalte ich nun und ich frage mich ernsthaft, was Sie als Regierung gedenken wie weit man damit kommen soll? Eine kleine Rechnung:

700 € Mietkosten
250 € Krankenversicherung, die NICHT als Betriebsausgabe deklariert werden kann
ca. 300 € Leasingkosten für das Auto, denn ich führe meine arbeiten auch mobil aus
18 € monatlich Gebühreneinzugszentrale
35 € Strom- & Wasserkosten
60 € KFZ Versicherung, welches zu 70 % beruflich genutzt wird
ca. 50 € Werbekosten, letztendlich musste ich mich nach dem harten Lockdown auch neu positionieren
ca. 50 € IT Kosten, Internet, Homepage etc.

Ergibt ein Gesamtwert von monatlich 1463 €, die ich zahle an Unternehmen, an Versicherungen etc. Ich werde ca. 800 € für einen Monat erhalten. Prrivate Ausgaben sind oben nicht einmal angeführt, das ergibt ein Defizit von 663 €.

Ich habe selbst Rücklagen in den vergangenen Jahren bilden können, habe Umsatzsteuer bezahlt, Einkommenssteuer bezahlt und das ganze seit 2006. Richtig gelesen, seit 2006.

Nun kamen Sie auf die glorreiche Idee von einer Novemberhilfe zu sprechen, mit dieser man theoretisch auch private Ausgaben tätigen könnte. Theoretisch. Was in der Öffentlichkeit nicht erwähnt wird: die Überbrückungshilfe II wird angerechnet, dementsprechent werden 1300 € auf die Novemberhilfe angerechnet, von der ich aber nur 800 € erhalte, da 500 € Kosten fällig werden für den Steuerberater. Können Sie sich ausmalen wieviel tatsächlich übrig bleibt?

Nun planen Sie die nächste Überbrückungshilfe III. Darf ich dann erneut 500 € für den Steuerberater in die Hand nehmen? Diese Hilfen sind ein Witz. Genau wie die Senkung der MwSt auf 16 %. Ich saß in meiner Freizeit und musste sämtliche Produkte ändern, da die Steuerprogramme gar nicht hinterher kamen die Software umzustellen. Was habe ich von der Senkung als Selbstständiger? Nichts. Arbeit.

Im Januar fordern die Finanzämter Ihre großzügig angeführten Stundungen ein. Wie sollte das der Einzelhändler, die Künstler, die Fotografen in diesem Jahr auffangen? Wie sollte man Geld zur Seite legen? Richtig. Es ging nicht.

Es wird viele Betriebe treffen und warum? Weil Sie ignorant genug waren im November einen Kaugummi-Lockdown zu veranstalten, der mich und andere nun härter treffen wird. Sie haben es ignoriert, dass Hunderte, Tausende mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, dicht an dicht gedrängt, aber Betriebe wo Abstände eingehalten werden können mussten schließen? Sie haben kaum bis keine Kontrollen durchgeführt, von Ihren groß angekündigten Bußgeldern haben Sie wieviele tatsächlich eingenommen? Wo wurde kontrolliert?

Warum wird nicht auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Abstandshaltung gedrängt? Warum werden nicht die großen Shoppingmalls generell mit einer Besucherregelung belegt sondern nur die Geschäfte im Inneren?

Warum haben Sie Risikogruppen nicht konsequenter beschützt? Es wurden Testkapazitäten an Urlauber verschwendet, es wurde erlaubt in den Urlaub zu reisen, gerade Sie Herr Söder sollten sich diesbezüglich schämen! War es nicht Ihr Bundesland, welches mit die höchsten Infektionsraten hatte und trotzdem durfte brav gereist werden? Schämen Sie sich! Ihr Verhalten ist eines Minsterpräsidenten nicht würden. Sie haben nicht beschützt Sie haben weggesehen.

Erklären Sie mir liebe Ministerpräsidenten wie Sie es rechtfertigen wollen Betriebe zu schließen, die alle Vorgaben einhalten können, aber die öffentlichen Verkehrsmittel weiter genutzt werden können. Können Sie nachweisen, dass hier keine Infektionsübertragung möglich ist? Nein das können Sie nicht.

Dieser harte Lockdown wird ohne Hilfe mehr treffen als Sie ahnen. Sie und niemand anders reißt Deutschland in die Katastrophe. Die Minister der Länder haben es zu verantworten, dass im November nicht schon ein harter Lockdown zu weniger Fallzahlen führte.

Speziell für Fotografen heißt das folgendes:

Neugeborene werden nicht in 2-3 Monaten, Neugeborene sein. Die Momente sind weg. Für die Eltern, für die Fotografen.
Schwangerschaften? Können so nicht mehr festgehalten werden, Momente die für den ein oder anderen nie wieder kommen!
Aufträge die weg sind, sind weg.

Ja auch Tote kehren nicht zurück, dessen bin ich mir bewußt und ich möchte Ihnen auch mitteilen, dass ich kein Corona Leugner bin! ABER: es gab viele Vorschläge, einige Alternativen alles wurde ignoriert.

Sie sind gewählte Vertreter des Volkes, haben die Ratschläge auch der Bundeskanzlerin missachtet, machten "ihr eigenes Ding". Nun stehen Existenzen vor dem Aus. Betriebe die Jahrzehnte existierten werden in die Insolvenz gehen. Sie und niemand anders haben das zu verantworten! Und nein ich werde an dieser Stelle nicht aufgeben. Sie könnten die öffentlichen Verkehrsmittel entzerren, könnten dafür sorgen, dass hier Abstände gewahrt werden, Sie könnten wie o.a. Shopping Malls mit Mindestbesucherzahlen belegen etc. dieser harte Lockdown ist der absolut falsche Weg.

Abgeordnete erhalten 600 € Sonderzahlung? In dieser Zeit? Haben Sie noch alle Latten am Zaun? Ich muss an der Stelle tatsächlich Klartext reden. In einer Zeit, wo Betriebe vor dem Aus stehen gibt es Sonderzahlen von 600 €? Wo ist der Taschenrechner für Sie wenn man diesen braucht? Wo sind diejenigen, die Ihnen einmal vorrechnen was dieser Wahnsinn generell kostet?

Wie sieht es aus, wenn Betriebe aufgeben müssen, Millionen Menschen Arbeitslos sind? Das wiegt über die Jahre mehr, als anständig und aufrichtig Hilfe zu leisten für 1-2 Monate. Tun Sie mehr als diese Pseudohilfen! Helfen Sie. Jetzt!

Ich werde für meinen Betrieb kämpfen, für meinen Berufsstand, der korrekt arbeiten kann. So lange wie Sie Ihre Hausaufgaben nicht machen ist ein Lockdown fragwürdig und falsch.

Foto- & Mietstudio Maja

Fotograf Manuel Tennert
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