Fotos sind einzigartig und so einzigartig die Bilder auch sind, so versuche ich immer eigene Bildideen umzusetzen. Oftmals wurde ich gefragt wie ich auf einige Motive bzw. einige Ideen zu den Bildern gekommen bin, dies ist recht unterschiedlich wie der Dichter oder Autor auf seine Geschichten kommt ;-)
Zunächst einmal die Idee an sich:
Bei der zwanziger Jahre Serie kam die Idee ursprünglich von meinem Theaterkurs, mit diesem führten wir ein "Ersatzcafé" auf und spielten auf der Bühne zahlreiche Werke der zwanziger Jahre. Als ich mit dem fotografieren anfing wollte ich unbedingt eine solche Serie machen...es dauerte seine Zeit bis eine passende Visagistin gefunden wurde und auch ein passendes Model. Ja es geht halt nicht von heut auf morgen ;-)
Die erste Serie...naja sie zeigte mir doch einige Fehler auf, eigentlich schade, dass die Bilder noch nicht so perfekt wurden wie ich es mir wünschte. Also hieß es weiter an anderen Modellen üben üben üben. Eines Tages wurde ich dann eigentlich per Zufall auf ein Fotomodel in einer Modelkartei aufmerksam...ich schrieb sie an, konnte sie zudem für meine Idee begeistern und schwups...Rachele war mein neues zwanziger Jahre Model.
Wie gesagt viel hängt auch vom Zufall ab, wie überall, denn Modelle die in diese Zeit passen findet man ja nicht alle Tage ;-)
Das heißt mein Tipp:
bevor man sich an solche Projekte wagt und dort auch jede Menge Zeit und Geld investiert üben üben üben. Mit der Bildbearbeitung kann man zwar vieles ändern und verbessern aber eben nicht alles. Dies lehrte mich die Erfahrung und je besser das Bild aufgenommen wurde, desto weniger muß man sich im Nachhinein ärgern über Bildschnitt etc.
Das sind aber einfach nur Erfahrungswerte...denke jeder wird sich an dieser Stelle denken: erzählen kann er ja viel ;) letztendlich muß jeder, auch in der Fotografie, seine eigenen Erfahrungen sammeln. Wie gesagt den Bildschnitt lernt man erst nach vielen vielen Shootings, jedenfalls war das bei mir so.
Tja zur Bildidee Othilie möchte ich auch noch ein paar Zeilen verlieren:
da ich bei Bildagenturen meine Fotos einstelle suchte ich einfach bei Bildagenturen nach den häufigsten verwendeten Suchbegriffen u.a. war da die Hausfrau ganz weit oben. So weit der erste Schritt in Richtung Hausfrau.
Natürlich war eine normale einfache Hausfrau nicht unbedingt fotografierenswert, allerdings nach einigen Nächten Schlaf (ich rede hier nicht von ein paar Tagen, sondern eher Wochen, Monaten) kam mir ursprünglich der Gedanke: wie wäre es mit einer total abgedrehten Hausfrau...
So rief ich meine Visagistin an...zunächst war sie wenig begeistert, ist ja klar, welche Visagistin will schon eine einfache Hausfrau schminken!? Also versuchte ich es ein paar Tage später nochmals, dieses mal mit etwas konkreten Vorschlägen und sie sagte zu.
Damit fehlte nur noch das Fotomodel...ich machte eine Ausschreibung in einer Modelkartei und pickte mir dann ein Fotomodel aus (Sooraya). Beim Fotoshooting selbst machte sie dann prima mit und die klasse Mimik und das Einfühlungsvermögen von Sooraya machte dann Othilie aus. Ja so war es, man sieht also ohne Fotomodelle ist der Fotograf eher ein leerer Mensch mit Ideen, natürlich geht auch nix über die Regie :-)
Was soll dieses Geschreibe nun? Ganz einfach: wenn Du als leidenschaftlicher Hobbyfotograf auf Bilder schaust und sagst Wau...das schaffe ich niemals. Doch! Jeder kann das schaffen nur mußt Du an Deine Bildideen glauben! Auch jedes Fotomodel braucht entsprechend Anweisungen, Du mußt versuchen sie in diese Idee hineinzuzaubern. Nur wenn sich das Fotomodel mit der Bildidee identifizieren kann, wirst Du Fotos erhalten in denen Mimik etc. alles paßt.